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Wie sieht die rechtliche Situation in Deutschland aus?

Die Benutzung von Funkmikrofonen ist in Deutschland grundsätzlich zulassungspflichtig! Die dafür zuständige Behörde ist die Bundesnetzagentur in Bonn mit ihren regionalen Außenstellen (www.bnetza.de), das entsprechende Formular finden Sie unter diesem Text als PDF-Datei.

Für einige kleinere Frequenzbereiche gibt es von dort sogenannte "Allgemeinzuteilungen", innerhalb derer jede Nutzerin ihr Mikrofon unangemeldet einsetzen kann (solange es die geforderten technischen Voraussetzungen erfüllt):

A) 32,475 bis 34,325 und 36,610 bis 38,125 MHz, befristet bis 31. 12. 2025 (Vfg. 53/2015)

B) 790 - 814 MHz und 838 - 862 MHz, befristet bis 31. 12. 2015 (Vfg. 91/2005)

C) 823 - 832 MHz (sog. "Mittenlücke"), befristet bis 31. 12. 2025 (Vfg. 2/2015)

D) 863 - 865 MHz, befristet bis 31. 12. 2023 (Vfg. 47/2013)

E) 1785 - 1805 MHz, befristet bis 31. 12. 2025 (Vfg. 3/2015)

F) 2400 - 2483,5 MHz, befristet bis 31. 12. 2024 (Vfg. 30/2014)

G) 174 - 230 MHz, befristet bis 31. 12. 2025 (Vfg. 59/2015)

A) In diesem Frequenzbereich gibt es seit vielen Jahren keine (neuen) Funkmikrofone mehr zu kaufen.

Der Bereich "B)", wurde bisher sehr häufig für Funkmikrofone genutzt, wird aber durch LTE ("Long Term Evolution", breitbandiger Internetzugang per Funk) massiv gestört. Außerdem lief diese Allgemeinzuteilung am 31. 12. 2015 aus!

Der obere Bereich der "Mittenlücke", Bereich "C)" liegt sehr nah am Uplink von LTE Endgeräten (also beispielsweise LTE-fähige Handys), so, dass hier die Gefahr von Störungen für Funkmikrofone recht hoch ist. Etwa vier bis fünf Kanäle lassen sich aber im unteren Bereich dieser Mittenlücke betreiben. Daher eignet sich dieser Frequenzbereich eher für semiprofessionelle Anwendungen.

Im Bereich "D)" arbeiten auch viele andere Funkanwendungen, z. B. drahtlose Babyphone, auch der direkt angrenzende LTE Uplink macht eine sichere Funkmikrofonnutzung hier nahezu unmöglich.

Der Bereich "E)" ist das Pendant zur Mittenlücke im UHF Bereich. Auch hier werden ca. 5 MHz durch die LTE Endgeräte gestört, da jedoch die Lücke wesentlich größer ist als die im 800 MHz Bereich, können hier  mehr Funkmikrofone parallel betrieben werden.

Der Bereich "F)" wird in Europa derzeit häufig für WLAN verwendet, auch hier kann es zu Beeinträchtigungen beim Betrieb von Funkmikrofonen kommen.

G) Mit der Verfügung Nr. 59/2015 hat die Bundesnetzagentur den Frequenzbereich von 174 - 230 MHz für die Nutzung mit Funkmikrofonen durch professionelle Anwender allgemein zugeteilt.

Im Bereich von 470 - 608 MHz und 614 - 694 MHz (stationäre und mobile Anwendungen) können Frequenzen von der Bundesnetzagentur auf Antrag einzeln zugeteilt werden, diese Zuteilung ist kostenpflichtig (derzeit etwa 130,-€ pro Zuteilung (für 10 Jahre), zuzüglich 10,-€ pro Sender pro Jahr.

Die Primärnutzung des Frequenzbereichs zwischen 694 und 790 MHz wurde im Rahmen der "Digitalen Dividende II" zwischen dem 27. Mai und dem 19. Juni 2015 für 5,1 Mrd Euro an Mobilfunkanbieter versteigert. Ab 2017 sind hier erste Störungen durch LTE zu erwarten.

Für professionelle Anwendungen mit vielen Kanälen empfehlen wir bei Neuinvestitionen den Frequenzbereich 470 – 694 MHz zu nutzen. Für mobile Anwendungen mit geringer Kanalanzahl sind ebenfalls die Mittenlücken (823 -832 MHz oder 1785 - 1805 MHz) oder der VHF- Bereich (174 – 230 MHz) eine Alternative.

 

Stand: März 2017, Darstellung stark vereinfacht!

 

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